Wellenrauschen

von Selina Lachmair

Literaturwettbewerb „Leben erleben“ 2021 f├╝r Jugendliche

Das Gras wiegt leicht und sanft im Wind. M├Âwen kreischen am klarblauen Himmel. Ein salziger Geruch liegt in der Luft. Ich renne durch den k├╝hlen wei├čen Sand auf das Wasser zu, w├Ąhrend mir die angenehme Abendsonne in das Gesicht strahlt.

Der Wind l├Ąsst mir meine Haare um das Gesicht wehen. Ich renne bis zu den Knien ins Wasser und grabe meine warmen F├╝├če in den nassen Sand. Ich sehe eine Schweinswalfamilie in nicht all zu weiter Entfernung an mir vor├╝berziehen und auf einer nahegelegenen Sandbank sonnen sich ein paar Kegelrobben.

Das Rauschen der Wellen dr├Âhnt in meinen Ohren. Ich gehe weiter ins Wasser hinein, setzte meine Taucherbrille auf, nehme einen tiefen Atemzug und tauche unter. Um mich herum schwimmen ein paar kleine Fische und am Grund tummelt sich auch die ein oder andere Krabbe.

Pl├Âtzlich kommt eine Welle und zieht mich wieder nach oben. Ich stehe auf und drehe mich um, um erneut Luft zu holen, doch in diesem Moment bricht eine weitere Welle ├╝ber mir zusammen und ihre Wucht rei├čt mich mit sich. Sie dr├╝ckt mich unter Wasser und ich bekomme keine Luft mehr.

Ich versuche keine Panik zu bekommen. Reflexartig schlie├če ich die Augen und halte mir meine H├Ąnde ├╝ber den Kopf, f├╝r den Fall, dass ich gegen eine Buhne sto├čen sollte. Ich bin bestimmt gute 10 Sekunden lang unter Wasser, bis ich pl├Âtzlich Sand unter meinen Knien sp├╝re. Ich lasse meine H├Ąnde sinken, recke meinen Kopf ├╝ber Wasser und beginne heftig zu atmen und zu husten. Mein Blick sch├Ąrft sich langsam wieder und ich sehe ungef├Ąhr einen Schritt vor mir nun wieder den Strand und bin erleichtert, dass ich nicht weggetrieben, sondern angesp├╝lt worden bin.

M├╝hevoll richte ich mich auf, stapfe aus dem Wasser und renne zu meinem Platz zur├╝ck. Ich trockne mich schnell ab, denn es ist mittlerweile schon eher kalt geworden. Zus├Ątzlich bl├Ąst mir der Wind um die Ohren, was sie kalt werden und weh tun l├Ąsst. Ich setzte mir eine M├╝tze auf, ziehe eine warme kuschelige Weste an und setzte mich in einen der wei├čblauen Strandk├Ârbe, die in drei oder vier Reihen akkurat am Strand aufgereiht sind.

Auf der Promenade gehen ein paar wenige Familien und Liebespaare spazieren, die die k├╝hle Abendluft und das Beisammensein genie├čen. Ich seufze und schlie├če meine Augen. Ich h├Âre das leise Rauschen der Wellen und das gierige Kreischen der M├Âwen. Mit den letzten Sonnenstrahlen des Tages auf meiner Haut schlafe ich ein.

Foto: www.pixabay.com

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