Ein Gegenstand der mich glücklich macht

Runde Oberfläche. Aus Holz. Weich in der Hand. Höhlen für die Finger. Leicht zu greifen. Unten meine Initialen und ein Datum eingraviert. 24.12.1979.

Ich war 11 Jahre alt, als mein Vater es für mich herstellte. Aus einer Knolle, der er selbst im Frühjahr geerntet hatte. Danach drei Monate im Salzbad, und der Holzklotz war fertig, um eine besondere Holztasse zu werden. 

Von dem ersten Weihnachten an trank ich meinen Kaffee aus ihr. Zu Hause und unterwegs. Während meines Militärdienstes waren die Offiziere neidisch darauf. In den Trainingsausflügen könnten ihre Augen nicht davonlassen. An der Uni in der Studentenwohnung hing sie selbstbewusst von dem Abtropfgestell unter dem Wandschrank. Immer verfügbar.

Jetzt, über 40 Jahre später, ist die Holztasse immer noch bei mir. Nicht mehr täglich im Dienst, aber bereit zur Verfügung. Wenn ich sie greife, fühlt sich die weiche Fläche genauso an wie beim ersten Mal. Meine Fingerspitze können der Gravur unten folgen. Meine Lippen können den Kaffeegeruch noch schmecken. Ich küsse sie. Immer will ich sie bei mir haben, meine Kuksa.

Foto: Aattu Haara

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