Wassernixe ohne Fruchtwasser

Von Khaled Alghadban

Eines ging in seinem Kopf vor, es peitschte längst seine Emotionen hoch … himmelhoch, entfesselte die Tränen in seinen Augen, fesselte seine Hände tagsüber, trieb seinen Herzschlag über die Nacht, es ließ ihn kein Auge zumachen, nur grübeln und in Fantasien schwanken, eines nur eines…. ist die Suche, der Durst nach Liebe..
Von wegen Liebe … Alles war ein Schlag ins Wasser!

Josef und dessen Geschichte strotzen vor Rätseln, Personenkult, Schwarzmalereien und Illusionen, sein Zweifel an Fruchtbarkeit ließ ihn so arg verhärmen, dass man sich mit seinem Seelenpein anstecken müsste. Er schaute stets ins Firmament an und schluchzte untröstlich…
Doch nur Eine kann ihn trösten, die ihm ihr Leben schuldet, Elizabeth.
Die durch eine Anomalie gebärunfähige gewordene bildschöne Frau blutete beim Unglück bis letzten Atemzug, doch die Ärzte zogen alle Register, um ihr Leben zu retten, denen fehlte es seltene Blutgruppe, wo sie den Unfall gehabt hatte, wo sie in einem abgelegenen Weiler wohnte..
,,Elizabeth bräuchte Blut überlebensnotwendig´´ so drückten es die rettenden Ärzte aus…
Weder Josef noch Elizabeth kannten sich vorher…
Was für eine Szene….
Bei der folgenden Szene kann man leider nicht von Glück sprechen, sondern vom Gram!
Der nach einer Traumfrau suchende Junggeselle Josef hörte einen Notruf im Radio, dass seine seltene Blutgruppe blitzartig benötigt wird.
Josef rannte kopflos ins Krankenhaus, er wolle Blut spenden, sagte er an der Pforte des Krankenhauses….
Josef – im wahrsten Sinne- ist für Elizabeth der Deus Ex Machina !!
Drei Tage später öffnete Elizabeth ihre Augen wieder, sie atmete, wimmerte von Schmerzen und Brüchen…eine erste Frage sprach sie aus…
Wer hat mir Blut gespendet?
Ein netter Kerl antwortete ihr Vater ..
Josef erschien zu diesem Zeitpunkt unaufgefordert im Krankenhaus, der wollte sich nach dem Gesundheitszustand des Verletzten erkundigen…
Das Telefon klingelt im Elizabeths Zimmer mit der Bitte, eintreten zu dürfen…
Elizabeth ist gottfroh, Josef auch …in Sekunden fängt eine Liebesgeschichte an…
Josef betrat Elizabeths Zimmer, begleitet von der Krankenschwester und wirft den ersten Blick auf Elizabeth und sagt:
,,bevor ich das Dankschön von Dir höre, bin noch dazu bereit, Dir die übrigen vieranderthalb Liter von meinem Blut zu spenden!“
Elizabeth fehlt einfach die Sprache und vergießt Tränen aus Freude…sie sahen wie Turteltäubchen aus, nach Handynummernaustausch arrangierten beide eine Lagerfeuerromantik zum tiefen Kennenlernen.
Von Prokrastination ist hier keine Rede, das war beiden bewusst.
Beide hatten reine Liebesgefühle und wollten das Eisen schmieden, solange es heiß ist, so heiß wie ihre Emotionen und so heiß wie ihr Durst nach Liebe…
Elizabeth verschwieg Josef ihre Gebärunfähigkeit, denn sie hatte sich in ihn verliebt..
Sie war liebestrunken, mit geschmeidigen Händen turtelten sie und fummeln rum..
Drei Jahre später von erzählenswerter Liebesgeschichte entschloss sich Josef, um ihre Hand anzuhalten.
Elizabeth litt unter Zerrissenheit und spürte Tag für Tag, dass der Moment der Wahrheit und der Enthüllung ohnehin käme, was es sie in eine Zwickmühle geraten ließ.
Eines regnerischen Abends entschloss sie sich alles zu enthüllen..es war bitter und ein schlechtes Gewissen plagte sie gnadenlos, über diese Jahre hinaus solche Geheimnisse zu verbergen…
Elizabeth nahm Josefs Hand und sagte… ich bin für dich nicht die richtige …Josef antwortete …du flachst bestimmt..Elizabeth wiederholte es…Josef du scherzt klar…
Elizabeth umarmte Josef und flüsterte in sein Ohr ich habe von Geburt an kein Mutterleib …du mein Herzblatt…
Ich kann keine Mama werden!
Allein die Schockstarre des Josef ließ einen Roman mit Tragödie erzählen…in seinen Augen flackert Graus, Zweifel und Zerrissenheit ….Josef blitzte weinend mit Galgenhumor..mein Gott…mein Gott…
Wassernixe ohne Fruchtwasser….
Wassernixe ohne Frachtwasser….

Foto: www.pixabay.com

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