Was lernt man in der Schule?

Das Schuljahr der elften Klasse sollte mit dem Unterricht der Mathematik beginnen, aber kein Lehrer kam in den Raum Nummer 66. Die Mädchen saßen zusammen und plauderten über ihren Sommer. Die Jungen saßen am Ende des Raumes. 

Nach zehn Minuten kam die Klassenlehrerin und sagte, dass sie diesen Unterricht allein verbringen sollten. “Cool”, sagten die Jungen. Schön, dachten die Mädchen.

Plötzlich standen die Jungen auf und mit den Worten: “Wir kommen gleich” gingen sie raus. Sie wollten einfach draußen spazieren und etwas Leckeres kaufen. So kamen sie zum Postamt.

“Schau mal, ein Lottoschein”, sagte einer von ihnen und schlug vor, “Lasst uns das mal probieren”.

“Genau, wir gewinnen eine Million!”, antwortete ein anderer.

Sie kauften ein paar Lottoscheine. Es war eine Art von schnellstem Lotto. Auf dem Papier waren neun kleine versteckte Fenster. Um etwas zu gewinnen, sollte man drei identische Bilder finden. Dafür durfte man nur drei Fenster öffnen.

Die Jungen kamen in die Klasse zurück.

“Wo wart ihr?”, fragte eine Klassenkameradin, “Unsere Klassenlehrerin war hier, sie fragte nach euch”.

“Wir waren beim Postamt und haben Lottoschein gekauft! Wir werden eine Million Rubel gewinnen und im Urlaub in die Türkei fliegen!”, antworteten die Jungen. “Natürlich, Natürlich! Viel Spaß!”, zweifelten die Mädchen.

Wieder war jedes Geschlecht mit seiner eigenen Tätigkeit beschäftigt. Zwei junge Frauen lasen Bücher, die zwei anderen spielten, vier andere sprachen über Jungs aus einer anderen Schule.

“Jehu, wir haben gewonnen!”, rief unerwartet ein Junge, “Fünfzig Rubel!”

“Tsss, wir sollen leise sitzen!”, sagte eines der ernsten Mädchen.

“Dann gehen wir wieder zum Postamt und kaufen noch ein paar”, entschieden die Jungs.

“Bitte kauft uns auch ein paar!”, sagten einige Mädchen.

“Und für uns bitte noch Schokolade!”, sagten andere Mitschülerinnen.

Dieses Mal gab es keine Gewinner. Die Jungen waren doch einfallsreich. Die Zeit war nicht verschwendet. Sie gingen in das Lehrerzimmer, das daneben war, und baten um Kleber und Schere.

Sie schnitten die Bilder von einem Lottoschein aus und klebten sie in einen anderen ein, wo sie fehlten.

Das ist nicht möglich, sagen Sie. Doch! Alles ist möglich. Aber wie lange?

Sie gingen so drei Mal zum Postamt. Insgesamt bekamen sie 300 Rubel.

Beim vierten Mal wurden sie entlarvt. Die Verkäuferin bezweifelte den konstanten Erfolg und überprüfte sorgfältig den Lottoschein. Die Jungen rannten zwar schnell zur Schule, aber das war nutzlos. Nach fünfzehn Minuten schrie die Klassenlehrerin vor der ganzen Klasse.

“Denkt ihr, euch kennt niemand hier?”, schrie sie laut, “Wenn du an einem Ende des Dorfes niest, antwortet dir am anderen jemand “Gesundheit”! Ich fragte mich, warum sie so still waren und baten um Kleber mit einer Schere.”

“Die Mädchen haben uns dazu gezwungen, wir wollten nicht”, rechtfertigten sich die Jungen.

Dann sagte die KLassenlehrerin, dass sie das ganze “verdiente” Geld zurückgeben sollten.

“Wir haben 50 Rubel ehrlich gewonnen!”, die Jungen gaben ihre Schuld nicht zu.

“ALLES WIRD ZURÜCKGEGEBEN!”, wurde für die elfte Klasse wiederholt.

Hoffentlich lernten die Schüler, dass alles seinen Preis hat.

Foto: www.pixabay.com

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