Lichter meines Lebens II.

Das Putzen meiner Schultasche

Eines Tages schlenderte ich nach Hause zurück. Es war heiß und schwül. Ich hatte viel Wasser in der Schule getrunken. Unterwegs ging ich auf eine öffentliche Toilette. Damals verfügte eine öffentliche Toilette nur über einen langen Graben, geteilt durch die 1,5 Meter hohen Wände aus Zement für die Privatsphäre. Eine moderne Toilette fand man in luxuriösen Hotel. Als ich mich darauf hockte, rutschte meine Tasche von meiner rechten Schulter. „Patsch“, fielen meine Schultasche, Büchern, Heften in die Höhle des Abflusses.  Ich war 12. Peinlich! Blass und fassungslos. Das war mein Leben geworden. Ich wusste nicht, ob ich weinen oder lachen sollte. Eine Frau war gerade auf der Toilette. Sie sagte zu mir gelassen, „ich komme gleich zurück und werde alles auffischen.“ Fünf Minuten später kam sie zurück mit zwei langen Stöcken aus Holz. Sie holte meine Sachen heraus und legte sie neben einen Wasserhahn. Dann putzte sie meine Tasche und Bücher. Danach verstreute sie Bücher und Heften auf dem Steinboden unter der Sonne, hängte meine Tasche auf die Leine. „Na ja, schau mal, in 15 Minuten ist alles wieder sauber und trocken. Sei nicht traurig.  Jetzt lass uns warten“, tröstete sie mich. Sie fing an, ihre Wäsche zu waschen. Ich saß auf dem Stuhl, den sie mir gegeben hatte, und dachte, „wie kann ein Mensch so nett sein?“ Ihr Aussehen habe ich schon vergessen. Jedoch spüre ich bis heute ihre Ausstrahlung der Wärme.

Foto: www.pixabay.com

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