Der Yeti

Der Yeti war immer da, saß auf einem großen Stein und blickte zu den Bergen. Er war noch nie so allein gewesen. Das Haar war ĂŒberall gewachsen und er konnte sich nicht an das letzte Mal erinnern, als jemand ihn Mensch genannt hatte.

Aber Mensch war er, mehr als viele, die ein Menschengesicht, MenschenhÀnde und Menschenbeine hatten.

Vor vielen Jahre hatte er gelernt, dass GefĂŒhle keinen Wert haben. Als er Kind gewesen war, hatte er sich mit seinen muskulösen Armen geschĂŒtzt, vor den Steinen, die andere Kinder nach ihm warfen. „Monster, Monster! Wohin gehst du, Monster? Zur Schule? Als wenn du eine Person wĂ€rst!“

Er war mehr Mensch als die, die einen RĂŒcken ohne Höcker und gerade ZĂ€hne hatten. Es war nicht seine Schuld, als Yeti geboren zu sein. Er sah wie Yeti aus, nicht wie die anderen Kinder, aber seine Gedanken waren sauber und in seinen Augen stand kein Übel.

Sein Herz war ehrlich und harmlos und deshalb konnte er mit echten Menschen nicht weiterleben. Er war mehr Mensch als die anderen, und musste in den Wald flĂŒchten. Er war mehr Mensch als die anderen.

Der Yeti ist immer da, auf einem großen Stein, und mit seinem Blick zu den Bergen erinnert er sich, wie es war, zwischen echten Menschen zu leben.

Er möchte nicht mehr ein Mensch sein. Besser ist, eine Bestie zu werden und nur mit den Bergen und BÀumen, den schönen Worten des Windes und den freundlichen Eichhörnchen zu leben.

Foto: www.pixabay.com

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