Oma und Opa

Meine Großmutter hatte eine faltige Haut, weiche Haut, fast durchsichtig, gepolstert.

Wenn ich sie umarmte, roch es nach Mandelöl, Talkpuder, Kaffee, gemahlenen Mais, Sehnsucht, Gewöhnlichkeit.

Jeden Tag stand sie auf, kĂ€mmte ihre lockeren, unartigen Haare und malte ihre Nagel mit verschiedenen rosa Farben. Sie trug kein Kleid, sondern geblĂŒmte AnzĂŒge mit elastischer Taille.

Wegen der SchĂ€den des Diabetes hatten die Ärzten ihr linke Bein amputiert. Mit diesem Moment hat sich in eine ewige Traurigkeit eigenistet.

Sie saß fĂŒr lange Zeit in ihrem Sessel im Korridor. Man konnte in ihren Augen eine Parade von Erinnerungen, Vereiterungen sehen, die pausenlos marschierten. Ein Zug nach irgendwo, ohne Bremsen.

Damals, als das mit ihren Beinen passierte, wurde mit chirurgischen PrÀzision ihr ganzes Leben herausgenommen, um eine neue entwurzelte Existenz zu fabrizieren.

Meine Oma hat ohne Erlaubnis von ihre Familie meinen Opa geheiratet. Sie war erst 18 Jahre und mein Opa war ein Alkoholiker, der zehn Jahre lang einmal pro Jahr ein Kind mit Ihr zeugte.

Er war kein guter Kandidat; arm, ohne ein StĂŒck Land, immer betrunken und ohne VorderzĂ€hne.

Eines Tages, mit einer Flasche voll illegalem Alkohol intus, hat er an einer großen PrĂŒgelei teilgenommen, und seine ZĂ€hne mit einem Schlag verloren.

In einer Karwoche suchte mein Urgroßvater, in der Mittel eine wĂŒtend Fall, das verbotene Ehepaar. Er fand meinen Opa, in einer kleinen HĂŒtte, mit zehn leeren Bierflaschen auf dem Tisch und im Schlafzimmer, meine Oma, mit einem neugeborenen Baby.

Er war fast bewusstlos in seinem Kater; seinem traditionellen „Trinken Urlaub“, die zwischendurch normalerweise zwei Woche dauerte.

Sie fingen an zu streiten. Mein Opa hatte wenig Geduld und wenn er getrunken hatte, fast null. Er nahm das Messer vom Tisch und mit einem schnellen und sauberen Schnitt, machte er eine tiefe Wunde im Gesicht meines Urgroßvaters.

Opa hatte nur die Zeit, um meine Oma, das Baby und ein paar SĂ€cke mit Dingen mitzunehmen. Sie verließe fĂŒr immer dieses Dorf.

Wir wissen jetzt, dass mein Urgroßvater sein rechtes Auge in diesem Streit verlor und die Menschen des Dorfes das Paar nie wiedersehen wollten.

Dies war das letzte Mal, dass meine Oma ihre Familie sah. Als sie starb, hatte sie schon 60 Jahre, ihre eigene Schwester nicht mehr gesprochen.

Mein Opa hörte nie auf zu trinken. Meine Oma hatte ein langes Leben, vollgestopft mit Schwierigkeiten, Erkrankungen, HahnenkÀmpfe, Kater und wenig Geld.

Sie hatte nie StabilitÀt, aber konnte mit ihrer bescheidenen Seele und ruhigen Stimme allen in ihrer Familie Festigkeit geben. Sie war eine Matriarchin; das Herz unserer Familie.

Einmal hatte ich einen schlimmen Traum. Es gab einen großen Sturm, mit einem riesigen grauen Wirbelwind, der unser ganzen Dorf fraß.

Ich flĂŒchtete schwerelos in die Arme meiner Oma und nichts konnte mich verletzen. Ich hatte keine Angst mehr.

Jedes Mal, wenn ich einen schlimmen Traum habe, fliege ich zu ihrer faltigen Haut, weichen Haut, fast durchsichtig, gepolstert. Und ich schlafe ruhig wie auf den Wolken.

Foto: www.pixabay.com

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