Die Kaffee Plantage

Sie hasst früh aufzustehen, aber es gibt keine andere Option. Ihre Mutter hat schon das Mittagessen für alle gepackt: Reis, schwarze Bohnen, Omelette und Tortillas. Das sind für sie Delikatessen.

Dort ist es immer nass; die Pflanzen noch mit Tropfen Wasser von der letzten Nacht, der Geruch der Erde, Erde mit verdorbenen Blättern und Regen. Die roten, großen Bohnen sind wie Lampen in der Morgendämmerung, glänzend und schwer.

Für alle, die in der Plantage waren, sind Kaffeebohnen ein Versprechen, um diese Woche mehr Geld zu verdienen. Für sie, mit 8 Jähren, ist dieser Ort ein synonym für kleine und schlüpfrige Frösche, die direkt auf dem Kopf springen; große und fluoreszierende Würmer mit Federn statt Haaren und winzige Ameisen, die wie Feuer unter der Kleidung beißen. Dem Teufel. 

Sie ist die kleinste, deswegen muss sie die langweiligste Arbeit machen: die Kaffeebohnen vom Boden aufzunehmen. Diese Früchte sind wie Gold, keine darf auf dem Boden gelassen werden.

“Wie lange kann man auf den Knien bleiben? Mama! Bitte! Ich mochte gehen!”

Es ist fast 11 Uhr. Alle gehen zum Mittagessen. Die Sonne steht hoch am Himmel. Es ist heiß, zu heiß und sie ist weiß, zu weiß.  Der Sonnenschein kommt durch die Kleidung.

Sie mag nicht mehr arbeiten. Sie ist wirklich müde. “Das es ist nicht schön! Welche Lehre mochte ihre Mutter sie geben? Ja, ja, das Geld wächst nicht auf den Bäume.”

Sie weint nochmal, lauter. Niemand bemerkt diese “Drama Queen¨”. Sie legt sich an eine große Kaffeepflanze.

“Feuer! Feuer! Mama, Feuer!” schreit sie mit allen Kraft. Feuer im ihrem ganzen Körper. Das Schmerz ist zu viel. Hundert Ameisen haben entschieden, auf ihrem Rücken eine Party zu machen. Beißen und Beißen. Nein, sie tanzen eine alte Bachata.

Sie läuft los, schnell, bergab. Sie mochte raus aus diesem Purgatorium. 

Omas Haus steht in der Nähe. Es ist Mittag und Oma soll die Tortillas für die Kaffeezeit vorbereiten. Sie steht neben der Schleifmaschine mit einem großen Topf voll mit Mais.

“Mein Schätz! Nochmal?” Oma kennt die besseren und einige Medikamente: ein frisches Milchbad.

Endlich ist das Brennen weg. Sie zieht nochmal ein grünes T-Shirt und braune Hosen an, die besondere Kleidung für diese schlimme Angelegenheit.

Sie geht zur Plantage zurück, läuft langsam auf dem Weg, wegen zwei kleinen Hügeln. Sie singt Lieder von Juan Luis Guerra: Ich hoffe, es regnet Kaffee auf das Feld… auf das Feld…auf das Feld…

Es ist 13 Uhr und viele Säcke sind mit roten und aromatischen Früchte gefüllt. Viele Wolken sind jetzt am Himmel. In dieser Nacht würde es wieder regnen.

Foto: www.rutadelcafeperuano.com

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