Atme dich frei

Es ist eine riesige Wiese, die immer grünes und frische Gras hat. Ich sehe Kühe und Pferde durch die Fenster und kann nicht erwarten, nach draußen zu springen.

In der Mitte der Wiese gibt es einen hohen Rosenapfelbaum. Jeden Sommer ergreifen meine Cousinen und ich die runden und weichen Äpfel aus den niedrigsten Ästen des Baums. Die Kerne sind locker in den Früchten, und man kann damit Musik wie mit einer Rassel spielen, „toc, toc… toc, toc“.

Wir laufen pausenlos auf den Hügel und dann schneller nach unten; so schnell, dass die starken Schritte unser Geschrei schneiden. Plötzlich singen wir ein unverständliches Lied, während wir durch das Feld laufen. Wir könnten als verrückte Menschen angesehen werden; das Äquivalent zu Kindern, die von Waldfeen erzogen wurden.

Wir gehen durch das Flüsschen. Es gibt kein frischeres Wasser als dieses. Das Wasser läuft zwischen Steinen voll mit Moospflanzen, die einen bestimmten Geschmack zu dem Wasser geben; wie grünes Leben, Erde, Blätter, kleine Fische und Regen.

Drüben ist er, oben auf dem anderen Hügel. Der große Stein, unser lieblicher Tresor.

An Sommerabenden ist er immer warm. Wir laufen dort, und wandern auf ihm barfuß bis zum höchsten Punkt, von dem aus wir die ganzen Wiesen sehen können.

Wir sehen das Dorf, die Schule, den überfluteten Fluss und unseren Großvater mit dem Ochsenwagen, auf dem Weg, mit allem Kaffee, den unsere Onkel heute gesammelt haben.

Man kann den Ochsenwagen Kilometer weit hören. Das Holz der Räder schlägt die Steine auf dem Weg, wie eine rhythmische Marimba; die die schönste und beruhigendste Musik spielt.

Die Brise ist sanft und freundlich und wirbelt mein feines Haar um. Wir lernen die Luft zu riechen und verschiedene Sachen zu identifizieren: den kommenden Regen; die Erde, die gestern überflutet wurde, die Kaffee Blumen; die Kacke der Kühe, die zur Molkerei laufen; den gesammelten Kaffee, der diesen Nachmittag in der Kaffeehalle gemessen  und verkauft wird.

Wir bleiben langzeitig dort; auf dem warmen Steine sitzen.

Die Blätter der Bäume bewegen sich schneller und der Wind macht Wirbel. Die grauen Wolken kommen rennen hastig auf uns. Bei den ersten Tröpfchen auf unserer Stirn ziehen wir wieder die Schuhe an und laufen bergab, um nicht nass zu werden.

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